Architekturwettbewerb für das NS-Dokumentationszentrum wird ausgelobt
10.04.2008
Pressemeldung des Kulturreferats der Landeshaupstadt München vom 10.04.2008
Pressemeldung des Kulturreferats der Landeshaupstadt München vom 10.04.2008
In der heutigen Kulturausschuss-Sitzung hat der Münchner Stadtrat den Startschuss für die Realisierung des NS-Dokumentationszentrums gegeben. Einstimmig wurde die Auslobung des Architekturwettbewerbs für den Neubau beschlossen. Er soll auf dem Grundstück des ehemaligen Palais Barlow, später „Braunes Haus“, in der Nähe des Königsplatzes entstehen.
Das Baureferat der Landeshauptstadt München, das gemeinsam mit dem Kulturreferat den Wettbewerb vorbereitet hat, wurde mit der Durchführung beauftragt. Wie geplant, wird der Realisierungswettbewerb im Mai 2008 in den einschlägigen Publikationen international ausgelobt. Das Preisgericht setzt sich aus Architekten und Landschaftsarchitekten, Vertretern des Stadtrats und des örtlichen Bezirksausschusses, des Freistaats und der Bundesregierung zusammen.
Bewerben können sich Arbeitsgemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten. Aufgrund der komplexen Bauaufgabe wird empfohlen, auch Fachleute mit Erfahrungen im Ausstellungsbereich einzubeziehen. Aus den Bewerbern werden bis zu 50 geeignete Teams ausgewählt, die am Wettbewerb teilnehmen. Zudem werden zehn weltweit renommierte Architekturbüros direkt zugeladen.
Das NS-Dokumentationszentrum ist als ein moderner und zukunftsfähiger Lernort von regionaler und internationaler Bedeutung mit Unterstützung des Freistaats Bayern und des Bundes geplant. Die Einrichtung wird der Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der besonderen Rolle der Stadt für die Geschichte und Entwicklung des Nationalsozialismus gewidmet sein. Träger der künftigen Einrichtung ist die Stadt München.
Das neue Haus soll die Funktionen eines Ausstellungsortes und einer Bildungseinrichtung verbinden. Zudem erfordert der Standort am historischen Ort, dem Sitz der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP, eine sensible Gestaltung. Ausdrücklich erwünscht ist eine kritische Auseinandersetzung mit den baulichen Relikten des Nationalsozialismus in der unmittelbaren Umgebung.
Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers würdigte im Kulturausschuss die gute Zusammenarbeit der Projektbeteiligten beim Freistaat Bayern, dem Bund und den verschiedenen Referaten der Stadtverwaltung, die diesen entscheidenden Schrift ermöglicht habe. Er dankte insbesondere den Mitgliedern der Gremien für das NS-Dokumentationszentrum: „Auf Basis der hervorragenden konzeptionellen Vorarbeit der Gremien des künftigen NS-Dokumentationszentrums konnten wir die Gründungsdirektion ausschreiben. Das Baureferat wird nun den Architekturwettbewerb ausloben. Wir haben die Rahmenbedingungen für dieses bedeutende Projekt geschaffen. Ich bin zuversichtlich, dass wir 2010 mit dem Neubau des NS-Dokumentationszentrums beginnen können!“ Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden voraussichtlich Anfang 2009 dem Stadtrat vorgestellt.
Weitere Informationen bei der Pressestelle des Kulturreferats, Telefon 2 33-2 60 05 oder unter presse.kulturreferat@muenchen.de und bei der Pressestelle des Baureferats, Telefon 2 33-6 00 07 oder unter baureferat@muenchen.de

