Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Presse und Archiv Pressemeldungen Dateien Die Konzeption des NS-Dokumentationszentrums schreitet voran: Kulturausschuss verabschiedet die Eckpunkte des Betriebskonzepts

Die Konzeption des NS-Dokumentationszentrums schreitet voran: Kulturausschuss verabschiedet die Eckpunkte des Betriebskonzepts

— abgelegt unter:

23.04.2010

Am 22. April 2010 wurden die Eckpunkte des Betriebskonzepts für das NS-Dokumentationszentrum im Kulturausschuss vorgestellt und einstimmig verabschiedet. Sie umschreiben die konzeptionellen und inhaltlichen Leitlinien der Einrichtung sowie die gestalterische Umsetzung der einzelnen Nutzungsbereiche.

Die Konzeption des NS-Dokumentationszentrums schreitet voran: Kulturausschuss verabschiedet die Eckpunkte des Betriebskonzepts

Simulation des geplanten NS-Dokumentationszentrums

Am 22. April 2010 wurden die Eckpunkte des Betriebskonzepts für das NS-Dokumentationszentrum im Kulturausschuss vorgestellt und einstimmig verabschiedet. Sie umschreiben die konzeptionellen und inhaltlichen Leitlinien der Einrichtung sowie die gestalterische Umsetzung der einzelnen Nutzungsbereiche.

Gemäß den Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats wird das künftige NS-Dokumentationszentrum ein offener und lebendiger Ort des Lernens, der Information, der Erinnerung und der kritischen Auseinandersetzung sein. In den kommenden Jahren werden die zentralen didaktischen Instrumente der Einrichtung entwickelt: Eine historische Dauerausstellung sowie Wechselausstellungen, ein Veranstaltungs- und Publikationsprogramm für unterschiedliche Zielgruppen und eine interaktive Internetpräsenz. Die internationale und multidisziplinäre Ausrichtung des NS-Dokumentationszentrums wird sich nicht nur inhaltlich niederschlagen, sondern auch in der Ausstellungsgestaltung ihren Ausdruck finden. Es soll eine offene und kommunikative Atmosphäre entstehen – mit klaren, übersichtlichen Strukturen im Inneren und aufschlussreichen Sichtbezügen nach außen.

Im fünfgeschossigen Neubau werden zwei Hauptbereiche entstehen, der Ausstellungsbereich und der Studien- und Seminarbereich, das „Learning-Center“. Die räumliche Trennung ist praktischen Erwägungen geschuldet und wird für kurze Wege und einen ruhigen Lernbereich sorgen. Für die Besucherinnen und Besucher wird ein typischer Rundgang vom Foyer aus mit dem Aufzug direkt in das 4. Obergeschoss führen. Dort beginnt die Dauerausstellung, die über drei Ebenen nach unten führt und drei Zeitabschnitte umfasst: Die Phase des Aufstiegs und der Radikalisierung des Nationalsozialismus im Zeitraum 1918/19 bis 1926, die Phase des NS-Regimes von 1933 bis 1945 sowie die Phase vom Ende des Krieges bis zur Gegenwart. Der Dauerausstellung wird ein methodischer Ansatz zugrunde liegen, der die politische Geschichte mit der Gesellschafts- und Strukturgeschichte verbindet. Dem Besucher sollen nicht nur historische Fakten präsentiert, sondern vielmehr die Zusammenhänge und Entwicklungslinien der Geschichte erklärt werden. Wichtige Themen werden unter anderem das politische Klima und die gesellschaftlichen Milieus in München in den 20er Jahren sein. Auch die gesellschaftlichen Folgen der NS-Gewaltherrschaft und ihr Fortwirken in bestimmten politischen Strömungen und autoritären Denkmustern seit 1945 gilt es darzustellen. Eine regelmäßige thematische Erweiterung der Dauerausstellung ermöglicht die Wechselausstellungsfläche im 1. Obergeschoss. Zusätzlich werden auf allen Ausstellungsebenen spezielle Vertiefungsbereiche geschaffen, in denen zu ausgewählten Themen selbstständig recherchiert werden kann. Im Erdgeschoss mit Foyer, Servicebereich und Cafeteria werden der Katalogverkauf und die Ausgabe von Audioguides untergebracht. Die beiden Untergeschosse sind als multimediales Herzstück des NS-Dokumentationszentrums konzipiert: Das „Learning-Center“ umfasst eine Präsenzbibliothek, eine Mediathek, einen Lese- und Multimediabereich mit Internetarbeitsplätzen, mehrere Seminarräume sowie einen großen Veranstaltungssaal für rund 200 Personen.

Der Beschluss betont, dass die zukünftige Ausstellungstätigkeit sowie die pädagogischen Angebote des NS-Dokumentationszentrums auf fundierten historischen Recherchen fußen und unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen immer wieder neu angepasst werden müssen. Dies gilt sowohl während der Konzeptionsphase als auch für die Zeit danach: „Geschichte stellt sich immer wieder neu dar und muss dementsprechend immer wieder neu gelesen werden“, so Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers. „Es wäre falsch, die Vergangenheit als abgeschlossen oder gar ‚bewältigt‘ anzusehen.“ Für die Gründungsdirektorin des NS-Dokumentationszentrums PD Dr. Irmtrud Wojak ist ein weiterer Umstand von zentraler Bedeutung für die inhaltliche Konzeption: „Die Generation der Zeitzeugen wird uns bald nicht mehr begleiten. Deshalb ist es unerlässlich, neue didaktische Modelle für die Geschichtsvermittlung zu entwickeln.“ Dr. Wojak sieht es als eine Kernaufgabe des NS-Dokumentationszentrums an, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung digital aufzubereiten und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen: „Nur so können wir uns als ein eigenständiger, attraktiver und zukunftsorientierter Ausstellungs- und Wissensstandort positionieren.“ Entsprechende Bedeutung kommt dem Internetauftritt zu, der im Laufe des Jahres 2010 zusammen mit dem Erscheinungsbild entwickelt werden wird. Gleichzeitig recherchiert und sichtet ein Kreis von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das vorhandene Quellenmaterial und die Literatur zur Geschichte des Nationalsozialismus in München. Die Ergebnisse dieser Recherchen werden als inhaltliche Basis für die Dauerausstellung und alle weiteren Informationsangebote sowohl an die interessierte Öffentlichkeit als auch das Fachpublikum dienen.

Kontakt für Rückfragen und weitere Informationen: Pressestelle des NS-Dokumentationszentrums München, Anke Hoffsten, Telefon: 089 / 233-28084 oder Email anke.hoffsten@muenchen.de

Artikelaktionen
nsdok_page

placeholder for nsdok_Page