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Gelungenes Veranstaltungswochenende zum NS-Dokumentationszentrum

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08.09.2008

Pressemeldung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München vom 8.09.2008

Die öffentlichen Veranstaltungen zur „Topographie des Nationalsozialismus“ am 5. und 6. September 2008 wurden von vielen hundert Menschen besucht. Auch die Nachfrage nach zeitgeschichtlichen Rundgängen übertraf die Erwartungen. Mit einer außerordentlich positiven Bilanz blickt das Kulturreferat zurück auf die Ergebnisse der Diskussionen, das Teilnahmeinteresse und die Presseberichterstattung an beiden Tagen. Zahlreiche Einrichtungen zwischen Karolinen- und Königsplatz hatten für das Programm erstmalig gemeinsam ihre Häuser geöffnet. Die öffentlichen Veranstaltungen zum Auftakt des Realisierungsprozesses des NS-Dokumentationszentrums setzte sich mit den historischen Orten im ehemaligen „Parteiviertel“ der NSDAP rund um den künftigen Standort auf dem Gelände des ehemaligen „Braunen Hauses“ auseinander. 

Am Freitag, 5. September, eröffneten Dr. Theo Waigel, Vorsitzender des Kuratoriums NS-Dokumentationszentrum, und Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers vor zahlreichen Gästen die Veranstaltungstage. „Es freut mich sehr, dass zum Abschluss des 850. Stadtgeburtstags die Realisierung des NS-Dokumentationszentrums mit dem Architekturwettbewerb beginnt. Dies ist auch der guten Zusammenarbeit der Gremien und Projektpartner Bund, Freistaat und Stadt zu verdanken. Heute befinden wir uns in unmittelbarer Nähe zum künftigen Standort des NS-Dokumentationszentrums, das als historisch-politischer Lern- und Bildungsort konzipiert wird. Die Beschäftigung mit der Topographie des Nationalsozialismus an den historischen Orten ist der richtige Ausgangspunkt. Wir wollen uns heute ausführlich der Geschichte des Areals zwischen Königsplatz und Karolinenplatz zuwenden, und ich bedanke mich herzlich bei den Nachbarn für die engagierte Kooperation,“ äußerte sich Dr. Küppers.

 Räume in der Staatlichen Lotterieverwaltung, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind, wurden für den Auftakt des Programms und anschließend für moderierte Gespräche zum „Braunen Haus“ - der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP -, und zu den „Ehrentempeln“ zur Verfügung gestellt. Der Sparkassenverband Bayern war Gastgeber für eine Diskussion zum Aufstieg des Nationalsozialismus in München. Mit der Rolle der Gestapo setzte sich die Veranstaltung in der BayernLB auseinander, deren Sitz sich auf dem Grundstück des ehemaligen Wittelsbacher Palais – in der NS-Zeit Gestapo-Zentrale – befindet.

Am Nachmittag schloss sich im Rahmen des Programms eine Veranstaltung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt. Während der NS-Diktatur befand sich das Landeskirchenamt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sitz der Parteibürokratie. Inder Hochschule für Musik und Theater, die seit 1957 im Gebäude des ehemaligen „Führerbaus“ untergebracht ist, wurden Voraussetzungen und Folgen des „Münchner Abkommens“ von 1938 thematisiert. Im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, angesiedelt im vormaligen „Verwaltungsbau der NSDAP“, wurde die nationalsozialistische Kunstpolitik in der „Hauptstadt der Deutschen Kunst“ diskutiert. Dem Übergang der Gesellschaft von der Diktatur zur Demokratie widmete sich das interdisziplinär besetzte Podium im Amerika Haus. Diese Veranstaltung wird von BR alpha am 20. September um 22.30 Uhr ausgestrahlt.

Zwischen den Veranstaltungen bestand Gelegenheit, an einem Informationsstand auf dem Gelände des ehemaligen „Braunen Hauses“ den Standort des künftigen NS-Dokumentationszentrums kennenzulernen und sich über das Projekt zu informieren.

Die zeitgeschichtlichen Rundgänge in Kooperation mit der KZ Gedenkstätte Dachau am Samstag, die jeweils einen halben Tag dauerten, waren innerhalb kurzer Zeit ausgebucht. Die Spurensuche zur „Topographie der Erinnerung“ startete in der Münchner Innenstadt am Platz der Opfer des Nationalsozialismus. Die Rundgänge führten weiter nach Dachau, wo im Umfeld der dortigen KZ-Gedenkstätte z.B. mit dem der „Weg der Erinnerung“ und dem ehemaligen SS-Schießplatz Hebertshausen Orte aufgesucht wurden, die in der Erinnerung weit weniger präsent sind als die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers.

 

Hinweise auf künftige Veranstaltungen zum NS-Dokumentationszentrum werden unter www.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de
oder in der Tagespresse veröffentlicht.

Pressekontakt zum Programm "Topographie des Nationalsozialismus": Ute Armanski, Tel. 089-4480238, info@pr-armanski.de.

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