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Konzeptionelle Empfehlungen für das NS-Dokumentationszentrum verabschiedet

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Jul 19, 2006

Vorsitzender Waigel: Ein entscheidender Schritt für die Projektplanung. Pressemeldung vom 19.07.2006.

Vorsitzender Waigel: Ein entscheidender Schritt für die Projektplanung

Pressemeldung vom 19.07.2006

MÜNCHEN. Das Kuratorium für die Errichtung eines NS-Dokumentationszentrums in München hat bei seiner Sitzung am 14.07.2006 die "Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirats für die konzeptionelle Ausrichtung des NS-Dokumentationszentrums in München" gewürdigt und nach eingehender Beratung mit wenigen Änderungswünschen verabschiedet. Kuratoriumssprecher Dr. Theo Waigel: "Wir danken dem Beirat für die engagierte, zügige und ergebnisorientierte Arbeit."

Beiratssprecherin und Rektorin der Universität der Bundeswehr, Prof. Merith Niehuss, legte dem Kuratorium die Empfehlungen für die künftige Einrichtung vor: Das Dokumentationszentrum soll ein offener und lebendiger Ort des Lernens, der Information, der Erinnerung, der Auseinandersetzung und der offenen Diskussion über die Geschichte des Nationalsozialismus werden. Am "authentischen Ort" solle eine zukunftsorientierte politisch-historische Bil­dungsarbeit ermöglicht werden, die die Entstehung und die Wirkungsmechanismen der NS-Diktatur erklärt und verstehbar macht. Niehuss weiter: "Die Dokumentation soll ein kritisches historisches Bewusstsein fördern." Eine Dauer- wie auch Wechselausstellungen werden zudem Teil der Einrichtung sein. Von großer Bedeutung wird auch die Einbeziehung der historischen Topographie im Umfeld des Königsplatzes sein. Zentrales Thema ist die Rolle Münchens als Gründungs- und Aufstiegsort des Nationalsozialismus sowie seiner späteren Rolle als "Hauptstadt der Bewegung". Daraus resultiert auch die einzigartige internationale und bundesweite Bedeutung des Zentrums.

Diesen Grundkriterien hat der politische Beirat bereits am 3.7.2006 zugestimmt. In dessen Votum ist das der im "Initiativkreis für ein NS-Dokumentationszentrum" vertretenen bürgerschaftlichen Gruppen eingeflossen. Dr. Theo Waigel, Vorsitzender des Kuratoriums, so­wie Kultusminister Siegfried Schneider und Kulturreferentin Prof. Lydia Hartl dankten den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats für ihre intensive Arbeit und würdigten deren Leistung, insbesondere in Anbetracht des sehr eng gesetzten Zeitrahmens. Alle waren sich einig, dass mit der Vorlage der Empfehlungen eine weitere wichtige Vorarbeit zu einer Realisierung des NS-Dokumentationszentrums abgeschlossen sei. Staatsminister Schneider wie auch Kulturreferentin Hartl verbanden ihre grundlegende Befürwortung des vorgelegten Konzepts mit dem Hinweis darauf, dass eine Realisierung, insbesondere was das Raumprogramm anbetrifft, selbstverständlich die haushalterischen Rahmenbedingungen in Rechnung stellen müsse. Marian Offman, der Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde, ergänzte im Blick auf die Bildungsarbeit, dass in deren Kern das Bekenntnis zum "Nie wieder!" stehen müsse.

Vom Landesamt für Denkmalpflege wurden in der Sitzung erste Ergebnisse der Grabungen auf dem künftigen Standort an der Brienner Straße vorgelegt. Nach derzeitigem Erkenntnisstand steht einer Bauplanung an diesem Ort aus denkmalpflegerischer Sicht nichts entgegen. Die jetzt anstehende Baufeldfreimachung – geschätzte Größenordnung 250.000 € – werde, so Finanzminister Prof. Kurt Faltlhauser, vom Freistaat vorfinanziert.

Vorsitzender Waigel betonte erneut, dass das Projekt jedoch nur dann realisier­bar sei, wenn der Bund sich zu einem Drittel an den Investitionskosten beteilige. Der Besuch von Herrn Kulturstaatsminister Bernd Neumann im April habe aber im Hinblick auf eine mögliche Beteiligung des Bundes bereits ein positives Signal gesetzt. Für den Herbst ist eine Antragstellung beim Bund avisiert. Der straffe Zeitplan, mit dem das Projekt nun auf den Weg gebracht werden soll, wird vom Kuratorium für unabdingbar erachtet: Denn 2008, zum 850. Stadtge­burtstag und 70 Jahre nach der Reichspogromnacht, soll die symbolische Grund­steinlegung erfolgen.     

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