NS-Dokumentationszentrum wird in München errichtet. Freistaat Bayern und Landeshauptstadt München legen sich fest – Voraussetzung bleibt die Beteiligung des Bundes
25.11.2005
Pressemeldung vom 25.11.2005
Erklärung des Kuratoriums NS-Dokumentationszentrum zum Standort des NS-Dokumentationszentrum
Das Kuratorium NS-Dokumentationszentrum hat sich in
seiner Sitzung am 24. November mit der Frage des Standorts für das
NS-Dokumentationszentrum befasst und folgende Erklärung
abgegeben:
"NS-Dokumentationszentrum wird in München errichtet. Freistaat
Bayern und Landeshauptstadt München legen sich fest – Voraussetzung
bleibt die Beteiligung des Bundes."
In der zweiten Sitzung des Kuratoriums für das
NS-Dokumentationszentrum am 24. 11. 2005 im Kultusministerium hat
Finanzminister Faltlhauser die Freigabe des Grundstücks 'ehemaliges
Braunes Haus' (nördlich der Briennerstraße zwischen Karolinen- und
Königsplatz) zugesagt. Theo Waigel, Vorsitzender des Kuratoriums, sowie
Kultusminister Siegfried Schneider und der Münchner Oberbürgermeister
Christian Ude haben diese Entscheidung nachdrücklich begrüßt.
Gleichzeitig herrschte Einigkeit darüber, dass das Projekt nur
realisierbar sei, wenn der Bund seine Verantwortung wahr nimmt und sich
zu einem Drittel an den Investivkosten beteiligt. Waigel betonte: 'Die
Zusage der Grundstücksfreigabe wird Grundlage meiner Gespräche mit Frau
Bundeskanzlerin Merkel und ihrem Kulturstaatsminister Neumann sein.'
Die rasche Klärung der Standortfrage entspricht dem ehrgeizigen
Zeitplan, den das Kuratorium für das Gesamtprojekt einfordert: Der
wissenschaftliche Beirat arbeite – so Professor Dr. Merith Niehuss –
intensiv an der Erstellung eines Konzepts, das schon 2006 zur Grundlage
einer konkreten Bauplanung werden solle.
Kultusminister Schneider und OB Ude würdigten besonders die konzeptionelle Zielsetzung: Im Dokumentationszentrum müsse zukunftsorientierte politisch-historische Bildung stattfinden, die verständlich macht, wie Diktaturen entstehen und funktionieren. Noch im Jahr 2007 wird, so die weitere Planung, ein museologisches Konzept vorgelegt; im Jahr 2008 – zum 850. Stadtgeburtstag und 70 Jahre nach der Reichspogromnacht – soll die Grundsteinlegung erfolgen. Das Kuratorium hält den straffen Zeitplan für unabdingbar, wie Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde in München betont: 'Nur so können wir hoffen, dass noch überlebende Opfer des NS-Regimes die Gründung des Zentrums erleben.'

