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München "arisiert" – Entrechtung und Enteignung der Juden in der NS-Zeit

München "arisiert" – Entrechtung und Enteignung der Juden in der NS-Zeit.

Laufzeit:
23. April bis 13. Juni 2004

Ort:
Kunstarkaden, Sparkassenstraße 3

Veranstalter:
Projekt in Kooperation zwischen der Landeshauptstadt München (Kulturreferat und Stadtarchiv) und der Ludwig-Maximilians-Universität.

Download:
Ausstellungsprogramm (pdf-Datei 135 Kb)

Link:
www.forschung.historicum- archiv.net/projekte/ finanzverwaltung.html

Die "Arisierung" war eine der größten unrechtmäßigen Enteignungsaktionen der Geschichte. Dieser einzigartige staatlich organisierte Raubzug und die damit einhergehende Entrechtung der Juden fanden weitgehend unter den Augen der Öffentlichkeit statt. Mit Hilfe von Parteiorganisationen, lokalen und überregionalen Behörden sowie einem weitreichenden Netzwerk privater und öffentlicher Interessenträger griff der nationalsozialistische Staat auf alle verfügbaren Formen jüdischer Vermögenswerte zu. Beamte, Angestellte und Parteileute an ihren Schreibtischen sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Ausplünderungen.

Den Begriff "Arisierung" haben nationalsozialistische Behörden in den 1930er Jahren eingeführt. Sie haben ihn für einen Vorgang benutzt, der – ganz formal bürokratisch – die Überführung jüdischen Vermögens in "arische" Hände beschrieb. Wir, die wir mittlerweile die genaueren Umstände, die ungeheueren Dimensionen und die Konsequenzen der gezielten nationalsozialistischen Aktionen gegen die jüdischen Deutschen kennen, verstehen darunter die wirtschaftliche Verdrängung, die Entrechtung, die Enteignung, die Ausplünderung jüdischer Bürgerinnen und Bürger und  schließlich die Vernichtung ihrer Existenz. Dieser einzigartige, staatlich organisierte Raubzug fand weitgehend unter den Augen der Öffentlichkeit statt. Eine Vielzahl von Institutionen und Einzelpersonen war daran beteiligt. Viele "arische" Bürger und Institutionen waren direkte Nutznießer und Profiteure.

Das Ausstellungsprojekt des Kulturreferates und des Stadtarchivs unter der Leitung von Angelika Baumann, Andreas Heusler und Gerd Modert hatte zum Ziel, Licht in diesen Raubzug, der zu einer der größten unrechtmäßigen Vermögenstransaktionen der Geschichte zählt, zu bringen und knüpfte dank der Mitarbeit zahlreicher Institutionen, Behörden und Unternehmen ein dichtes Informationsnetz, das die Leser des Buches, die Besucher der Ausstellung wie des Rahmenprogramms zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Aspekten des Themas einlud. Die Veranstaltungen im Begleitprogramm zeigten die zunehmend wachsende Aktualität dieses vermeintlich abgeschlossenen Themas. So öffneten auch Museen, Archive und Bibliotheken ihre Depots und Magazine für das Projekt.

Zu der Ausstellung und Veranstaltungsreihe ist ein Buch erschienen, das wesentliche und detaillierte Informationen über den Prozess der Enteignung jüdischer Bürgerinnen und Bürger in München gibt.


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