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Chronologie der Planungs- und Projektgeschichte des NS-Dokumentationszentrums München

2010

Der Kulturausschuss der Landeshauptstadt München verabschiedet die Eckpunkte des Betriebskonzepts für das NS-Dokumentationszentrum.

2009

Das Berliner Büro "Georg Scheel Wetzel Architekten" gewinnt den Bauwettbewerb für
das NS-Dokumentationszentrum.

Gründungsdirektorin Dr. Irmtrud Wojak nimmt ihre Arbeit auf.

2008

Offizielle Zusage des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, zur Förderung des Projekts NS-Dokumentationszentrum durch den Bund.

Veranstaltungsprogramm zum 850. Stadtgeburtstag der Landeshauptstadt München rund um das künftige NS-Dokumentationszentrum "Topographie des Nationalsozialismus" in Verbindung mit den Institutionen in der Nachbarschaft sowie mit der KZ-Gedenkstätte Dachau sowie am Altstadtringfest am 19./20. Juli.

Auslobung
des Realisierungswettbewerbs für den Bau des NS-Dokumentationszentrums München

2007

Der ThemenGeschichtsPfad "National Socialism in Munich" - Informationsbroschüre und erweiterte Hörfassung - erscheint in englischer Sprache.

2006

Antrag beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien auf Förderung des Projekts NS-Dokumentationszentrum durch den Bund.

Stadt und Freistaat einigen sich über die Finanzierung des
NS-Dokumentationszentrums.

Der Freistaat Bayern stellt Grundstück an der Brienner Straße unentgeltlich zur Verfügung und sagt Drittelfinanzierung zu.

Vorlage des Nutzerbedarfsprogramms, einer Machbarkeitsstudie und einer Kostenschätzung durch die Landeshauptstadt München.

Die "Konzeptionellen Empfehlungen für das NS-Dokumentationszentrum München" des
wissenschaftlichen Beirats werden von den Gremien und dem Münchner Stadtrat
verabschiedet.

Der ThemenGeschichtsPfad "Der Nationalsozialismus in München" -
Informationsbroschüre und erweiterte Hörfassung -
erscheint.

Archäologische Befundung des Geländes "Braunes Haus" (Brienner-/Ecke Arcisstraße)

2005

Tagung der Landeshauptstadt München "Perspektiven der historisch-politischen Bildung zur NS-Geschichte an außerschulischen Orten" in Zusammenarbeit mit Jugendgästehaus Dachau und Fritz-Bauer-Institut Frankfurt am Main und Gesprächsreihe "Der Umgang mit der NS-Zeit. Perspektiven des Erinnerns" mit zwei Podiumsgesprächen im Gasteig.

Konstituierung des Kuratoriums, des politischen Beirats und des wissenschaftlichen Beirats NS-Dokumentationszentrum.

2004

Tagung der Initiativgruppen "Macht und Gesellschaft. Männer und Frauen in der NS-Zeit – Eine Perspektive für ein künftiges NS-Dokumentationszentrum in München"

Ausstellung mit Begleitprogramm der Landeshauptstadt München "München Arisiert! Entrechtung und Enteignung der Juden in der NS-Zeit"

Eröffnung der NS-Abteilung des Münchner Stadtmuseums zu den stadtgeschichtlichen Aspekten des Nationalsozialismus

2003/04

Gutachten zum geplanten NS-Dokumentationszentrum entstehen im Auftrag des Münchner Stadtrats sowie des Bayerischen Landtags

2003

Der Münchner Stadtrat sagt die Übernahme der Betriebskosten für die Einrichtung zu, sofern sich der Freistaat Bayern und die Bundesregierung an einer Drittelfinanzierung für die Errichtung des NS-Dokumentationszentrums beteiligen.

2002/03

Symposium "Ein NS-Dokumentationszentrum für München" veranstaltet von der Landeshauptstadt München und dem Freistaat Bayern

März 2002

Grundsatzbeschluss des Bayerischen Landtag der gemeinsamen Erarbeitung mit der Stadt München und dem Bund, unter Einbeziehung der Öffentlichkeit und aller zuständigen Behörden und Institutionen, eines wissenschaftlichen Konzepts "zur umfassenden Darstellung der NS-Vergangenheit der Landeshauptstadt München, insbesondere ihrer Rolle als 'Hauptstadt der Bewegung' und als Ort des Widerstandes".

Oktober 2001/Juli 2002

Grundsatzbeschlüsse der Landeshauptstadt München zur Errichtung eines NS-Dokumentationszentrums im Umfeld des Königsplatzes

2001

Die Sockel der ehemaligen "Ehrentempel" werden als Einzeldenkmäler unter Denkmalschutz gestellt.

1996

Temporäre Aufstellung einer ersten Informationstafel zum Parteiviertel der NSDAP am Königsplatz, Ecke Brienner-/Arcisstraße; 2001 dauerhafte Einrichtung der Tafel mit Unterstützung der Landeshauptstadt München.

1993/94

Ausstellungen "München - Hauptstadt der Bewegung" und "Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933-1945" im Münchner Stadtmuseum.

1989

Planungen zur Errichtung eines Museumskomplexes auf dem Gelände der "Ehrentempel" an der Brienner Straße durch den Freistaat Bayern, u.a. auf Vorschlag der Stadt München mit einem "Haus für Zeitgeschichte"; dieser Vorschlag wird bei der Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs, wie später auch die gesamten Planungen, nicht weiter verfolgt.

1987/88

Beseitigung des 1934/35 verlegten Granitplattenbelags, der den Königsplatz zu einem Aufmarschplatz machte, und Wiederherstellung des Originalzustands des unter Ludwig I. gebauten Königsplatz-Ensembles, was von der interessierten Öffentlichkeit teils heftig kritisiert wird.

1985

Einweihung des zweiten und heutigen Denkmals am Platz der Opfer des Nationalsozialismus. Die sechs Meter hohe Basaltsäule des Künstlers Andreas Sobeck mit einem Gitter, in dem eine ewige Flamme brennt, trägt die Inschrift "Den Opfern der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft".

1965 - 1985

Diskussion, das zunächst auf dem Gelände des Wittelsbacher Palais angedachte
Volksbildungshaus, am Gasteig/Rosenheimer Berg zu realisieren; Beschluss (März
1971) des Münchner Stadtrats (mit Zustimmung der Vertreterinnen und Vertreter der
Verfolgten), ein Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in diesem
Zusammenhang zu realisieren. Der "Gasteig" wird jedoch 1985 als Kulturzentrum
ohne ein solches Mahnmal eröffnet.

1965

Einweihung des ersten Denkmals am Platz der Opfer des Nationalsozialismus, ein zweieinhalb Meter hoher Stein aus Flossenbürger Granit mit der Inschrift "Den Opfern des Nationalsozialismus". Der Gedenkstein wird 1985 an den Platz der Freiheit in Neuhausen verlegt.

1956

Einrichtung eines städtischen Gedenkraums für die Opfer nationalsozialistischer
Verfolgung im Neuen Rathaus München.

1947

Intensive Diskussion um den richtigen Umgang mit der NS-Geschichte; Sprengung der
sogenannten Ehrentempel aufgrund eines Beschlusses des Kabinetts Wilhelm Hoegner
(auf Grundlage der Direktive des Kontrollrats vom 13. Mai 1946, alle deutschen
Denkmäler nationalsozialistischen Charakters zu beseitigen).

1946

Benennung des Rondells am Schillerdenkmal an der Brienner Straße in "Platz der Opfer des Nationalsozialismus". Erst 1965 wird dort jedoch ein erstes Denkmal errichtet.

1945

Gleich nach Kriegsende gibt es erste Überlegungen, auf dem Gelände der ehemaligen Gestapo-Zentrale eine Erinnerungsstätte für die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit zu errichten. 1961 wird der nördliche Teil des Areals, auf dem auch das Gestapo-Gefängnis stand (Abbruch 1964) vom Freistaat Bayern an die Stadt verkauft, die plant, hier ein städtisches Kulturzentrum zu errichten. Das Areal des ehemaligen Wittelsbacher-Palais, auf dem eine Grünanlage und ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus vorgesehen ist, verbleibt im Besitz des Freistaats. - Das gesamte Gelände wird 1974 an die Bayerische Landesbank verkauft.

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